Turnier vom 27.11.2017

DGTTMM 2017

Von Thomas Pauka

Die diesjährige Deutschen Gehörlosen Tischtennis Mannschaftsmeisterschaften  (DGTTMM) erwies sich in jeglicher Hinsicht als eine spannende Angelegenheit. Es fing bereits mit der Frage an, ob diese überhaupt stattfinden würde. Nach dem sich beim Aachener Ausrichter keine Halle fand, konnte Christian Gewiese für Anfang Oktober 2018 in Ellerbek, einem kleinen Ort nahe der Hamburger Stadtgrenze, eine Halle reservieren. 
Ja, Sie lesen richtig: Der Termin wurde von Ellerbeker Verein versehentlich für 2018 statt 2017 reserviert, was sich erst im September dieses Jahres herausstellte. Das Turnier drohte ins Wasser zu fallen, aber der Deutsche Gehörlosen-Tischtennisverband erklärte sich damit einverstanden, den Termin auf November zu legen, falls sich - wider Erwartens - noch rechtzeitig eine Halle finden würde. 
Alle Vereine in Deutschland fragten nach bzw. suchten vergeblich nach einer Alternative. Sämtliche Hallen im sportbegeisterten Deutschland waren bereits für sämtliche Termine reserviert. In letzter Not wandte sich der HH Gehörlosenverein an uns einzelne Spieler, und so fand sich mit Hilfe meiner Nachfrage bei meinem 
TT-Verein SG-Eidelstedt-Lurup noch eine Halle. Was insbesondere dem engagierten Einsatz des Eidelstedter Tischtennisvorstandes Peter Rost zu verdanken war, der sich beim Gesamtvorstand und anschließend bei den Cheerleaders, denen die Halle normalerweise zustand für uns einsetzte. 
Somit stand der Termin am 11.11.2017 in der Lohkamphalle. 
Wir Hamburger nahmen mit der Aufstellung Jan Erik Baron, Christian Gewiese und mir teil. 
Infolge der kurzfristigen Ankündigung fanden sich nur 4 Herren und 3 Damenmannschaften ein, um ihre Kräfte zu messen. 
Damit die Damengruppe nach Ende ihrer Spiele nicht so lange warten musste, wurde beschlossen, in Form von Gruppenspielen alle Mannschaften gegeneinander antreten zu lassen. 
Die Ermittlung der Deutschen Meister erfolgte dann anschließend getrennt nach Damen und Herren. 
Wir spielten als 3-er Mannschaften mit maximal 6 Einzeln und einem Doppel. 
Gewonnen hatte die Mannschaft, welche zuerst 4 Punkte erreichte. 
Zum Auftakt spielten wir gegen die Braunschweiger Damen, welche nur zu zweit antraten. Trotz einiger schöner Ballwechsel waren die Kräfteverhältnisse ziemlich klar, so dass für beide Seiten der Spaß im Vordergrund stand und wir uns mit einem 4:0-Sieg trennten. 
Als nächstes kamen dann die Dortmunderinnen dran, welche mit 3 Nationalspielerinnen wesentlich besser besetzt waren und unser Abwehrrecke Christian als Einziger gegen die international erfahrene Alt-Nationalspielerin die Segel streichen musste. Sogar im Doppel mussten Jan Erik und ich uns sehr strecken, um das Paar Annette Hein/Nadia Jokel in die Knie zwingen zu können. 
Nach diesem eher entspannten Aufgalopp für uns ging es im für uns vorweg genommenen Finale de facto um den Titelgewinn der Herren. Die Aachener traten mit 3 stark besetzten jungen Spielern gegen uns an. 
Den ersten Punkt holte Jan Eric gegen den Aachener Meister, während ich gegen den äußerst sicher spielenden Landesligaspieler Aust ganz klar in 3:0 Sätzen verlor. 
Es folgte das für uns wichtige Spiel Christian gegen Mohr. Der spielerischen Stärke und Vergangenheit bestand eine 50-prozentige Gewinnchance für uns. Allerdings spielte Mohr in Topform und beherrschte den nach einer Schulterverletzung genesenden – aber sehr gut spielenden – Christian mit sicheren Topspins und nahezu fehlerlosem Spiel. 2:1 für Aachen, bevor es im Doppel von Jan Erik und mir gegen das Paar Aust/Mohr ging. 
Ein sehr schweres Spiel. Anfangs bekam ich die Aufschläge von Mohr nicht, so dass wir einen Satz verloren und die anderen beiden Sätze nach hart umkämpften Ballwechseln äußerst knapp gewannen. 
Meine beachtliche Fehlerquote trieb Jan Eric immer wieder zur Verzweiflung. 
Zum Glück gelang es uns, noch eine Schippe drauf zu legen und den letzten Satz überraschend klar mit 11:2 für uns zu entscheiden. 
Nun stand es 2:2, bevor Jan Erik gegen Aust und ich gegen Mohr antraten. Unser Spitzenspieler, der in der Hamburg-Liga spielt, war gewarnt und ging mit voller Konzentration zur Sache. So entschied er klar mit 3:0 Sätzen das Spiel für sich. Mit schweren Beinen und großem Respekt gegenüber Mohr ging es für mich in eine weitere entscheidende Phase. Mit verzweifelten Abwehrschlägen und den einen oder anderen Kniff sowie 2 erfolgreich durchgeführten Kamikaze Angriffen bei den letzten beiden Punkten behielt ich in 5 Sätzen ganz knapp die Oberhand gegen den wieselflinken und sicher spielenden Mohr. 
Unsere Hamburger Zuschauergruppe war hinterher genauso erschöpft wie ich. 
Jawoll – eine Vorentscheidung ist nun gefallen, und Erleichterung machte sich breit. 
Als Nächstes ging es gegen die Braunschweiger Herren, wobei ich das Glück hatte, dass mein Gegner noch müder war als ich und das Spiel gegen mich abschenkte. Aber Christian und Jan Erik mussten bis zu unserem 4:0 Sieg über die volle Distanz gehen.  
Anschließend ging es gegen Essen, welches wir auch in 4:0 Siegen für uns entscheiden konnten, bis wir zum Ende im vereinsinternen Duell gegen unsere Damen antraten. 
Wir führten bereits mit 3:0 und im Doppel mit 2:0 Sätzen sowie 10:7, bevor mein Doppelpartner Christian den Matchball nicht nur zum Mannschaftssieg, sondern auch zum Titelgewinn zum Deutschen Meister 2018 verwandelte . 
JAWOLL – DER HAMBURGER GTSV IST DEUTSCHER MEISTER 2018!!! 
Bei den Damen traten Kerstin Kraake, Doris Lüntzmann und Sylvia Zieske-Seyler an. Während sie gegen die Dortmunderinnen nicht den Hauch einer Chance besaßen, erkämpften sie sich mittels eines 4:2-Sieges gegen die stark besetzten Braunschweigerinnen die Silbermedaille. Hervorheben möchte ich deren tolle Leistung, welche sich insbesondere gegen die Essener Herren zeigte, welche nach dem 4:2-Sieg unserer Hamburgerinnen ziemlich verdutzt geguckt haben mussten. 
Die Medaillenverleihung erfolgte dann vom Diplom-Sportökonom Horst-Peter Scheffel noch in der Halle mit: 

  • Gold für die Dortmunder Damen
  • Silber für unsere Hamburger Deerns
  • Bronze für Braunschweig
  • Gold für uns drei – jawoll!!!! 
  • Silber für Aachen
  • Bronze für Essen

Zudem erhielt ich eine bronzene Dankeschönmedaille für das erfolgreiche Auffinden der Halle sowie eine weitere Dankesmedaille für Peter Rost, der sich vorbildlich für das Zustandekommen des Turniers einsetzte. 
Mit etwa 30 Personen stürmten wir das griechische Lokal in Ellerbek (immerhin klappte es DA) und ließen dort gemeinsam den ereignisreichen Tag Revue passieren. 
Das nächste Kräftemessen in 2018 wird dann in Berlin erfolgen – vorausgesetzt, es findet sich dort eine Halle.